Schönheitsideale - Schönheitsideale in Afrika
   
 
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Schönheitsideale in Afrika

Wenn man das afrikanische Schönheitsideal mit dem der westlichen Welt vergleicht, lassen sich schnell wesentliche Unterschiede erkennen. Doch auch Afrika nähert sich zunehmend in großen Teilen des Kontinents immer mehr dem westlich geprägten Schönheitsideal an.

In West- und Mittelafrika sind ausgeprägte rundliche Körperformen sehr angesehen und werden als ausgesprochen hübsch bezeichnet. Der Kult um üppige Rundungen geht so weit, dass einige Kulturen eine alte Tradition bis in die Neuzeit beibehalten haben und die jungen Bräute vor der Hochzeit auf die Idealmaße gemästet werden. Eine besondere Ernährung mit Maisbrei und Kuhmilch soll die Rundungen an den richtigen Stellen wachsen lassen. Demnach gilt Übergewicht als Maß der Attraktivität. Schlanke Frauen hingegen sind in Afrika wenig begehrt, da die vielen Rundungen auch ein Zeichen von Wohlstand darstellen. Aus diesem Grund gelten schlanke Frauen als arm oder kränklich und daher weniger geeignet gesunde Nachkommen zu zeugen.

Ein weiterer Schönheitskult in Afrika ist der Lippenteller, der jedoch auch in Brasilien häufig zu finden ist. In verschiedenen afrikanischen Stämmen wird den Mädchen nach Eintritt in die Pubertät ein Loch in die Unterlippe gebohrt und zwei der unteren Schneidezähne werden herausgebrochen, damit der Teller horizontalen Halt gewinnt und nicht herunterhängt. So werden immer größere Exemplare eingesetzt, um die Unterlippe zu dehnen. Auf diese Weise werden auch häufig die Ohrläppchen verziert. Die Lippenteller bestehen aus Holz oder Ton und der Maximaldurchmesser kann bis zu ca. 25 cm betragen. Häufig ist der Teller noch mit farbigen Motiven bemalt.

 
Je größer der Lippenteller ist, desto höher ist der Status der Frau und auch der Brautpreis. Es ist ein schmerzvolles traditionelles Schönheitsideal, doch in den Augen der Männer ist eine Frau ohne Lippenteller in vielen Stämmen unattraktiv.

Ein nicht weniger schmerzvolles Schönheitsideal ist das verzieren des Körpers durch Skarifizierung. Als Skarifizierung wird das Einbrennen von Ziernarben in die Haut bezeichnet. Dieser Körperschmuck ist besonders bei Stämmen verbreitet, deren dunkle Haut keine Tätowierungen zuließe oder nur schlecht sichtbar wäre. Die Skarifizierung ist allerdings auch ein Merkmal der Initiation der Mädchen an der Grenze zum heiratsfähigen Alter und dient der Klanzuordnung.


Doch trotzdem gilt die geometrische Anordnung von Narben als Schönheitsideal und erhöht somit auch den Status einer Frau.

In Niger und Nigeria existiert ein Volk namens Wodaabe, welches einem traditionellen Schönheitskult für Männer nachgeht. Es legt sehr viel Wert auf Schönheit und Charme der Männer für das Brautwerbungsritual. Sie tragen schöne Gewänder, behängen ihren Körper mit auffälligem, bunten Schmuck und schminken ihr Gesicht. Drei Tage lang wetteifern die Männer mit einem Tanz- und Schönheitswettbewerb um die Braut.
Ein wichtiger Aspekt ist, der Braut seine Gesundheit zu zeigen. Vor allem das Weiße der Augen und die weißen Zähne sollen suggerieren, dass es sich um einen besonders gesunden Männerkörper handelt. Aus diesem Grund werden die Augen und der Mund mit schwarzer Farbe umrandet, um das Weiß hervorzuheben und die Männer zeigen deutlich ihre Zähne oder weiten ihre Augen.



Insgesamt lassen sich deutliche Unterschiede und auch Gegensätze zwischen dem Schönheitsideal in Afrika und dem westlichen Schönheitsideal feststellen. Doch mittlerweile orientieren sich immer häufiger afrikanische Frauen an den Merkmalen für Schönheit der westlichen Welt.
Sie glätten ihre lockigen Haare und benutzen Cremes zum bleichen ihrer Haut. Dazu mischen sie auch teilweise selbst Hautcremes aus keineswegs unbedenklichen Bestandteilen. Tiefschwarze Haut ist in vielen Ländern Afrikas ein Zeichen niederen Standes und ein heller Teint gilt demnach als schick und attraktiv.
Darüber hinaus streben sie auch immer mehr die Maße eines europäischen Models an, haben es aber aufgrund ihres Körperbaus schwer das westliche Schönheitsideal anzustreben und zu verwirklichen.

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