Schönheitsideale - Schönheitswahn im Wandel
   
 
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Schönheitswahn im Wandel der Zeit 

Schönheitsideale kann man in jeder Gesellschaft finden, jedoch bestimmen die äußeren Faktoren, wie Wirtschaft und Globalisierung das Schönheitsideal einer Zeitperiode. Mit diesen äußeren Einflüssen bildet sich dann eine Art Schönheitsnorm heraus, die sich mit dem Wandel der äußeren Faktoren, ebenfalls verändert.
 
(Allerdings ist es wichtig, dass man im Hinterkopf behält: „Schönheit ist subjektiv…“)
 
Bereits die Ur- Menschen haben damals ein Gefühl für Schönheit entwickelt. Hier wurde die Frau mit einer üppigen Fettschicht, breiten Hüften und einem aufreizenden Duft bei den Männern deutlich bevorzugt. Der Hintergrund ist eigentlich ganz simpel, denn die oberste Priorität der Ur- Menschen war die Erhaltung der Art. Eine Frau nach dem oben genannten Maßen galt somit als sehr fruchtbar und war bei den Männern sehr beliebt.
 
Die Idee des Schönheitsideals stellte sich erst heraus, als es dem Menschen möglich war nicht täglich um das Überleben kämpfen zu müssen. Regelmäßige Versorgung mit einer hochwertigen Ernährung waren hierfür die Grundvoraussetzungen.
 
Die Hochkulturen der damaligen Zeit befassten sich erstmals intensiv mit der Möglichkeit das äußere Erscheinungsbild zu verändern, ohne das es lebensnotwendig war, sondern nur der Schönheit gewidmet wurde. Kleopatra galt als Verkörperung des Schönen und war für alle Ägypterinnen ein Schönheitsideal, denn sie strebten alle die Nachahmung ihres äußeren Erscheinungsbildes an. So wurde im alten Ägypten die Haut sehr sorgfältig gepflegt. Kosmetik wurde zum Schutz vor der Sonne, Sand und Fliegen, aber auch vor Krankheiten genutzt.
Besonders betont wurden hierbei die Augen mit grüner oder schwarzer Farbe. Dies hatte allerdings auch einen religiösen Hintergrund, denn der Sonnengott Ra wurde im alten Ägypten durch das Auge symbolisiert. So wurde die Make- Up- Herstellung zur Aufgabe der Priester.
 


Sonnengott Ra      Kleopatra

Das Streben nach geistiger und körperlicher Harmonie stand in der Zeit der römisch- griechischen Antike im Vordergrund. Wohlgeformte und ausgewogene Proportionen galten hier als Schönheitsideal. Gesundes Essen und viel Sport standen somit auf dem täglichen Tagesplan wohlhabender Bürger. Weitere Ideale stellen eine kleine Brust der Frauen und bei den Männern eine markante Nase dar. Dies war ein Zeichen von Männlichkeit.
Auch die Hautpflege spielte in beiden Hochkulturen eine wichtige Rolle.
Die Griechen bevorzugten bei den Frauen eine „elfenbeinartige“ und bei den Männern hingegen eine dunkle Haut.
Die Römer pflegten ihre Haut durch Thermen oder Bädern und wurden durch Massagen ihrer Sklaven reichlich verwöhnt. Aufgrund der zahlreichen Gladitaorenkämpfe 
gegen die Barbaren und deren Gerüche, wurden die Bäder immer populärer und beliebter sodass eine Vielzahl von Badehäusern entstanden.



Schließlich wurde das Christentum immer mehr verbreitet und gewann in jeglichen Gesellschaften zunehmend an Bedeutung. Körperlichkeit wurde verboten. Frauenkörper wurden verhüllt. Der Mensch sollte in der Öffentlichkeit ein schlichtes und unauffälliges Aussehen und auch Auftreten darbieten. So galt die Verwendung von Schminke oder Körperpflegeprodukten als heidnisch. Der Hintergrund stellte die christliche Glaubensgeschichte dar. Eva galt als teuflische Verführerin dank ihres Aussehens und war die Ursache für die Vertreibung aus dem Paradies. Somit wurde verführerisches Aussehen verpönt. Und auch hängende Brüste bei den Frauen galten als unvorteilhaft und teilweise sogar lebensgefährlich, denn wohlhabende Damen übergaben ihre Kinder den Armen zum Stillen. Hängende Brüste waren eine Assoziation für eine Hexe. Ein vorzeitiges Ende auf dem Scheiterhaufen aufgrund der Anatomie war also nicht auszuschließen. Jedoch gab es auch in dieser Zeit (Renaissance) ein Ideal nachdem alle strebten. Die Haut sollte möglichst hell sein und um dies zu erreichen wurde die Sonne vermieden und teilweise wurde sogar mit giftigem Bleiweiß nachgeholfen. Hygiene hingegen war im christlichen Mittelalter nicht sehr beliebt. Vielmehr galt sich zu waschen als unchristlich und so wurde auf dem Markt die Nachfrage nach Parfum und Puder immer größer. Pockennarben wurden durch das Aufkleben von Schönheitsflecken versteckt. In der Epoche des Barocks wurde auf wohlgenährte und korpulente Körper viel Wert gelegt, was sich schließlich im späteren verlauf, dem Zeitalter des Rokoko wieder wandelte.
Überschüssige Pfunde wurden mit Hilfe eines Korsetts versteckt, jedoch war dieses Hilfsmittel nicht besonders gesundheitsfördernd. Es kam nicht selten zu Kreislaufproblemen, einer unnatürlichen Atmung und oft auch zu Knochenschäden wie gebrochene Rippen und Wirbelsäulendeformationen. Es war nicht leicht dem Schönheitsideal zu entsprechen, denn wenn eine Frau sehr schlank war, galt dies ebenfalls nicht als schön. Im bekleideten Zustand sollte die Frau schlank und ohne Bekleidung üppig aussehen. Das Korsett war somit die einzige Möglichkeit dem Schönheitsideal nahe zu kommen. Des Weiteren wurde zu dieser Zeit straff gebundenes oder hochgestecktes Haar, sowie ein blasser Teint als attraktiv empfunden. Die Männer trugen Perücken um anmutig und gesellschaftsfähig zu wirken.





In den 20er Jahren schließlich kam die Wende. Mit beginn der Emanzipation entwickelten die Frauen eine neue Selbstständigkeit. Als äußeres Zeichen schnitten sie sich die Haare ab und die erste Schlankheitswelle trat auf.


David von Michelangelo

 
 
Während der NS- Zeit galten blonde, blauäugige und ästhetisch geformte Frauen als schön und darüber hinaus als arisch. Der Körperbau, Schädelgröße, Stirn, Wangenknochen und Augenhöhlen hatten keinerlei Auffälligkeiten aufzuweisen.

Zum Ende des zweiten Weltkriegs wandelte sich dieses Bild wieder. Es waren gut genährte Frauenkörper gefragt. Durch zum Beispiel gepolsterte BHs versuchte jede Frau sich etwas fülliger nach außen hin darzustellen. Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich, Audrey Hepburn oder Marylin Monroe verkörperten mit der Kleidergröße 44 den gewünschten Frauentyp dieser Epoche.


Marylin Monroe                    "Bilder deutscher Rassen"

Im 21. Jahrhundert verhilft man sich mit zahlreichen Pflegeprodukten und Diäten zu einem wohl geformten Körper.
Zu keiner Zeit hatte Perfektion des äußeren Erscheinungsbildes einen so großen Stellenwert, wie in der Gegenwart. Das erste Mal in der Zeitgeschichte wird das Streben nach dem Schönheitsideal zu einem Kampf zwischen Leben und Tod. Dem vorausgegangen und somit auch das repräsentative Schönheitsideal der heutigen Zeit, verkörpert das britische Model Twiggy. Mit ihren 42 Kilo bei einer Körpergröße von 1, 70 Metern fällt ihr Bodymaßindex unter 15. Knochig, mager und ohne sichtbare Oberweite gilt sie als Vorbildfunktion vieler Mädchen und auch Frauen - so werden die Krankheitsbilder Magersucht und Bulimie zu einer Verkörperung des Schönen. 

 
                               Topmodel Twiggy



Auch die Männer passen sich diesem Ideal an und formen ihren Körper im Fitness- Center, denn ein durchtrainierter und gepflegter Körper liegt im Trend.
 
Wenn dies alles nichts hilft, dann bleibt noch der Gang zum Schönheitschirurgen. Auch die Jugend nutzt zunehmend dieses verlockende Angebot, so gestaltet zu werden, wie man es sich wünscht.
 
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